Wir sind rückfällig geworden. Nach unserem ersten Urlaub auf Langeoog im vergangenen Sommer bei dem wir es in zwei Wochen nicht geschafft haben alles zu erkunden hat es uns dieses Jahr erneut in den Norden gezogen.

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Das Abenteuer vor dem Urlaubsabenteuer hat uns dieses Jahr jedoch der Bahnstreik beschert. So wussten wir bis kurz vor knapp nicht, ob unser Zug nun fahren würde oder nicht. Deshalb hatten wir sicherheitshalber gleich noch Sitzplätze in einem anderen ICE reserviert. Zum Schluss ist dann aber doch alles gut gegangen und der Streik war rechtzeitig beendet, so dass unser Zug wie geplant gefahren ist. Andere hatten in dem Zeitraum sicher nicht immer dieses Glück. Diesmal haben wir für die Hinfahrt den Nachtzug genommen. Auch das war super spannend. Mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und ab ins Abteil und erstmal ausdiskutiert wer in welchem Bett schläft. Das ging sogar mit meiner Länge von 194cm noch recht gut. Das Verwunderlichste war, das unsere beiden Kids dann auch recht schnell geschlafen haben. Dafür ging der kommende Tag schon kurz vor sechs los, denn unsere Große hatte Geburtstag. Eine kleine Auswahl an Geschenken wie zum Beispiel das „Hier kommt Lola! Starterset„, gab es dann bereits im Zug, während das größte Geschenk, ein Fahrrad, dann doch zu Hause bleiben musste. Kreativ wie Mama jedoch ist, gab es ein größeres Fotos als Puzzle zugeschnitten im Zug. Sarah hat sich riesig gefreut. Ein Vorteil des Nachtzugs war, das wir auf diese Weise den größten Teil der Anfahrt im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen haben und wir nach einigen weiteren Regionalzughüpfern und kurzer Busfahrt bereits am frühen Vormittag auf der Fähre in Bensersiel und kurz darauf schon auf Langeoog waren. Dort gings in die schon letztes Jahr bestaunte bunte Inselbahn und dann sofort zum Fahradverleih am Bahnhof, war es doch das Pfingstwochenende wo der Ansturm auf die Insel sicherlich groß sein würde und wir wollten unbedingt ein Tandem ergattern. Hier gibt es nämlich Tandems die vorne einen kleinen Sitz für Kinder mit niedrigem Lenker haben und hinten einen normalen Erwachsenensitz. Das hat dann auch geklappt. Noch ein zweites Erwachsenenrad und ein Mountainbike für Sarah und dann ging es ab zur Ferienwohnung. Hier hatten wir uns im Vorfeld eine schöne kleine Wohnung im ersten Stock nicht weit vom Strand ausgesucht. An dieser Stelle ein Tipp: Koffer mit der Post vorschicken. Auf diese Weise waren Sandspielsachen, Neoprenanzüge, Strandmuschel und Urlaubslektüre schon vor uns da. Wir haben uns dann auch gar nicht lange in der Wohnung aufgehalten und sind ab zum Strand. … Sand, Dünen und die Nordsee ein wunderschöner Anblick bei traumhaften Ankunftswetter. Nun kommen wir aus Bayern und haben in unmittelbarer Nähe auch schöne Badeseen und sicher gibt es auch bei uns so manchen der sagen würde wir leben wo andere Urlaub machen, aber die Weite des Meeres, die Luft und der Strand…ist auch eine Klasse für sich. Auf Autolärm muss man übrigens auch verzichten, denn Langeoog ist autofrei, wenn man von den kleinen Elektroautos die für Getränke-, Koffer- und Warentransporte gebraucht werden absieht. Als erstes haben wir uns dann einen Strandkorb gemietet. Unsere Wutzels haben dann immer, wenn es zum Strand ging, gehofft, das Sie jemanden aus unserem Korb „vertreiben“ dürfen. Am Abend ging es dann anlässlich des Geburtstags in die Strandhalle.

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Dort war an diesem Tag Steakabend und wir hatten tolle Plätze am Fenster mit Blick auf die Nordsee. Tipp: Unbedingt vorreservieren. In den Tagen nach Pfingsten habe ich mich zugegebenerweise manchmal gefragt ob der Wettergott irgendwas gegen unsere Besuche im Norden hat, hatte es doch letztes Jahr im Sommer beinahe zwei Wochen dauergeregnet und so ganz ohne Regen sollte es wohl auch dieses Jahr nicht sein.  Allerdings hielt er sich  in Summe gesehen zurück und wir hatten sechs komplett sonnige regenfreie und auch windige – hey wir sind im Norden am Meer!  – Tage.  Am Freitag vor unserer Abreise waren es sogar 25 Grad und nahezu windstill.  Ohne den Blick auf den Wasserturm und die mit 15 Grad doch recht kühle Nordsee hätte man Langeoog vielleicht mit der Adria verwechseln können. Da kühlt man sich gerne im Wasser ab. Für Verpflegung am Strand ist durch die kleinen Geschäfte am Hauptstrand auch gesorgt. O Softeis, Crêpes, Fisch, Pommes oder Pizza – man kann dort alles finden. Ich persönlich fand Pizza , Milchreis und Cappucino in der Pizzeria Grüner Hund spitze. Perfekt wenn man mal am Strand essen will. Und wer´s günstig und verrückt mag… einfach in der Frühe zu Hause Spaghetti mit Tomatensoße/Hackfleisch kochen, zu Hause stehen lassen und Mittags zum Essen an den Strand holen… Auch dieses Jahr durfte natürlich unsere Strandmuschel nicht fehlen.

Strandmuschel

Insbesondere bei Ausflügen in die weniger von Strandkörben besiedelten Strandregionen ist diese äußerst praktisch als Regenschutz und für den Möwenschutz beim Mittagessen. Auch hierzu ein Tipp: Die Willrath-Dreesen Straße hochradeln und dann links zur Aussichtsdüne Melkhörn und dort weiter zum Strand. Dieses Jahr haben wir es dann auch auf den Wasserturm geschafft

WasserturmbeiNacht

und der Ausblick lohnt auf jeden Fall die zu erklimmenden Stufen…

BlickvomWasserturm1

Das zweite Glücksgefühl gibt´s dann wenn man wieder unten ankommt und die Schlange mittlerweile viel länger geworden ist und man sich freut bei den ersten gewesen zu sein. Einen Ausflug den wir schon vergangenes Jahr gemacht haben, aber unbedingt wiederholen wollten ist die kleine Radtour zur Meierei, diesmal jedoch sind wir zunächst noch ein wenig weitergeradelt bis zum Ostende und haben uns dort umgeschaut

Ostende

Außerdem ist dort auch ein Geocache versteckt. Wo wird nicht verraten. Auf dem Rückweg sind wir dann natürlich in die Meierei eingekehrt und haben unter anderem die leckere Dickmilch mit Zimtzucker bestellt. Auch hier ein kleiner Tipp wenn ihr einen Platz im Garten der Meierei ergattern wollt. Schaut zu welcher Zeit die Pferdekutschen dort sind und sucht euch einen Zeitpunkt davor oder danach aus. Alternativ könnt ihr natürlich auch gleich die Kutsche zur Meierei nehmen. Hier auch gleich die nächste Info. Der Rückweg war bei uns stehts recht windig mit starkem Gegenwind. Für kleinere Kids ist also der Rückweg mitunter doch ganz schön anstregend. Daher genügend Zeit einplanen. Für den Rückweg haben wir mindestens doppelt so lange gebraucht wie für den Hinweg mit dem Wind im Rücken 🙂 Als Technik-Gadget affiner Papa war die längere Fahrt eine gute Gelegenheit den kurz vor dem Urlaub gekauften Fitnesstracker auszuprobieren. Hierzu kommt bei nächster Gelegenheit noch ein eigener Artikel. Schön an diesem Gadget ist das man sich danach in der dazu gehörenden App Karte ansehen kann und so schön sieht welchen Weg man gefahren ist und mit farblichen Markierungen sieht wo man besonders schnell und wo besonders langsam war… Spielt das Wetter dann mal nicht so mit, kann man sich natürlich trotzdem mit Gummistiefeln aufmachen und einen tollen Strandspaziergang unternehmen. Hier finden sich vielleicht dann auch ein paar Muscheln mehr als sonst, weil nicht so viele Leute unterwegs sind. Alternativ.. ab ins Erlebnisbad Langeoog. Wellen, Warmwasserpool,  ein kleiner Kinderbereich, Wasserrutsche, Strandkorb im warmen und ein leckerer Grieche. Ein wirklich tolles Inselbad. Schade finde ich nur die Öffnungszeiten, schließt das Bad im Zeitraum Ende März bis Anfang Novembver für den Publikumsverkehr schon um 18 Uhr und Montags ist komplett geschlossen. Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Gerade wenn man Abends vielleicht noch ein paar Runden schwimmen möchte. Vergleicht man das mit der Sylter Welle, kann man dort täglich bis 22 Uhr schwimmen, also sogar noch wenn die Kids im Bett verschwunden sind, was geradezu ideal ist. Das Badeland auf Amrum hat dann immerhin an einem Tag bis 22 Uhr geöffnet. Ein Pluspunkt des Langeooger Erlebnisbades. Je nach Saison gibt es für Inhaber der Langeoog Card zwischen 1,5 und 3 Stunden freien Eintritt. Es wird also für die Kurtaxe (nicht nur durch den Schwimmbadeintritt) einiges geboten. Ein weiterer Geheimtipp:  Das Fischgeschäft Fischklette. Nicht nur das es dort leckeren Fisch gebt. (ich liebe die Fischfrikadellen) sondern man kann mit dem Fischkutter und den Kids dort auch auf große Fahrt gehen.

Fischkutter

Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ein tolles Abenteuer für Groß und Klein. Ein spezielles Netz wird ausgeworfen und der Fang danach in eine Kiste gekippt und ausführlich erklärt.

Fang

Wir haben damals unter anderem einen Seestern und ein Seenadel gefangen. Im Anschluss ging es zu den Seehundsbänken

Seehunde

und die Kids hatten während der Fahrt viel Gelegenheit den Fang in die eigenen Hände zu nehmen. Last but not least gab es nach kurzer Anleitung noch gekochte Krabben zum selber pulen. Um gleich bei den Schiffen zu bleiben haben wir es dieses Jahr geschafft den ehemaligen Seenotkreuzer Langeoog vor dem Haus der Insel zu besichtigen. Wir sind zwar beinahe täglich dort vorbeigefahren, doch kann man den Kreuzer nur zu bestimmten Zeiten erklettern. Unsere zwei Mädels und auch Papa waren begeistert den Kreuzer von oben bis unten zu „inspizieren“

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Ein weiteres Highlight war Sarah´s und mein Konzertbesuch bei den Flinthörners im Haus der Insel. Mit Papa lange aufbleiben dürfen, auf ein Konzert gehen und dann sogar mit anderen Kindern noch auf die Bühne gehen und mitmachen dürfen.. das macht natürlich richtig Spaß. Ein großes Lob an dieser Stelle an den Chor die es fantastisch verstanden haben ein Programm für alle Altersgruppen zusammenzustellen und auch auf die „kleinen Gäste“ einzugehen.

Flinthoerner

Als Fan von Irish Folk Liedern haben mir die Seasongs und Shantys wirklich gut gefallen. Wie ihr merkt, es gibt neben Strand und Meer noch viel mehr zu erleben auf Langeoog und der Titel meines Posts vom letzten Jahr Kleine Insel – großer Urlaub trifft immer noch voll ins Schwarze. Bei den Flinthörners alleine sollte es nicht bleiben und so hat es die ganze Familie nochmal vor die Strandhalle verschlagen wo Steve & Gerrit aufgetreten sind, die Tags zuvor schon im Ort zu hören waren.  Sarah und Amelie durften noch zum Kurs „Bernstein schleifen“ im Atelier Schmucklust und sind danach beide ganz Stolz mit ihren Bernsteinanhängern herausgekommen.  Und was man sonst noch auf Langeoog machen kann? Eis essen – Pony reiten – Kutsche fahren, essen gehen – Nordic walken, joggen, radeln, Trampolin hüpfen, mit den Kids ins Spöölhus (Spielhaus mit Spielschiff, Lego, Bücherecke uvm.) gehen, Tischtennis spielen,ins Kino gehen, die Inselrösterei besuchen, mit der MS Flinthörn in See stechen, einen Ausflug z.B. nach Spiekeroog machen, Sandburgen bauen, wattwandern, Volleyball spielen, Drachen steigen lassen, Kitesurfen, Strandpartys erleben, Gymnastik am Strand… und irgendwann erholt nach Hause fahren…

Die brandneuesten News zu Langeoog findet ihr übrigens hier: www.langeoognews.de

Mein Fazit: Langeoog ist immer eine Reise wert und insbesondere mit Kids ein wirklich schönes Urlaubsziel.

In diesem Sinne

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Und wer noch mehr wissen will kann mir gerne hier unten in den Kommentaren Fragen stellen.

Euer Zweifachpapa Chris