Beinahe obligatorisch haben wir auch in diesem Jahr während unseres Italienurlaubs Venedig besucht. Los ging es in Punta Sabbioni, dem Anleger der von unserem Campingplatz nur wenige Minuten mit dem Auto entfernt ist. Übersetzen kann man mit ACTV oder Marco Polo Venezia. Beide haben wenige Meter voneinander entfernt Ihren Anleger.  Für uns gab es dieses mal, wahrscheinlich dadurch bedingt dass noch keine Hauptsaison ist nur ACTV, da an diesem Tag keine Direktlinie von Marco Polo mehr auslief. Eine einfache Fahrt mit ACTV nach Venedig kostet 7 Euro, Kinder bis 6 Jahre sind gratis. Marco Polo verlangt für die einfache Fahrt 4,50 Euro.

Hier findet ihr die Websites beider Schifffahrtsgesellschaften:

Marco Polo Venezia

ACTV

ACTV-Linienplan

 

Möchte man allerdings, was ich, je nach Alter und Durchhaltevermögen der Kids, unbedingt empfehlen würde, auch in und um Venedig herum bei jeder schwimmenden Haltestelle einsteigen können, empfehle ich die Tageskarte für 18 Euro. Auch wenn man zwischen Venedig, Murano und Burano „hüpfen“ möchte, würde ich diese Karte nehmen. Leider gibt es keinen Kindertarif, so dass wir für Sarah mit 8 Jahren auch bereits 18 Euro zahlen durften. Also waren wir auf einen Schlag 54 Euro los bevor wir überhaupt venezianischen Boden betreten haben. Auf dem Schiff war dann auch etwas mehr los als saisonbedingt gedacht aber wir konnten noch einen Platz unter freiem Himmel ergattern. Und Vorsicht vor Piraten 🙂

Piratenschiff2014

Bei sonnigem Wetter und einer frischen Brise haben wir dann auch bald den Anleger Piazza San Marco erreicht. Von dort sind wir dann zunächst zum Markusplatz gelaufen und Katja und die Kids haben die Markus Kirche besichtigt. Ich habe auf unser Gepäck aufgepasst, denn Rucksäcke dürfen nicht in die Kirche mitgenommen werden.

Gepäckabgabe Markuskirche

Wenn sich kein Wartender findet der auf das Familiengepäck aufpassen möchte, kann dieses aber auch in kurzer Entfernung zur Kirche abgegeben werden. Der Weg zur Gepäckaufbewahrung ist auf einigen Hinweistafeln rund um die Kirche ausgeschildert.  Um in die Kirche zu gelangen wollten ca. zwanzig Minuten Wartezeit in einer Schlange überstanden werden, die sich meiner Meinung nach nicht wegen der Besucheranzahl – es wurden alle eingelassen – aber wegen der Gepäckstücke gebildet hatte. Den trotz der prominenten Hinweistafeln wollten einige Touristen trotzdem mit Rucksack in die Kirche und wurden stets freundlich von einem Angestellten am Eingang an die Gepäckabgabe verwiesen. Nachdem Frau und Kinder in die Kirche entschwunden waren, hatte ich Zeit mit den Markusplatz in Ruhe anzusehen. Der Eintritt in die Kirche ist übrigens kostenlos, einzelne Bereiche im Inneren sind jedoch kostenpflichtig. So hat der Eintritt in eine Grabstätte für Erwachsene 2 Euro gekostet, Kinder hatten freien Eintritt. Auf dem Markusplatz fiel mir im Gegensatz zu unserem letzten Besuch auf, dass es keine fliegenden Händler mehr gab, die Taubenfutter verkauften. Auf einer Mülltonne las ich dann den entscheidenden Hinweis, dass dies verboten sei. Neben den Gebäuden an sich finde ich die Dachgärten fantastisch, die für mich teilweise abenteuerlich auf den Hausdächern aussehen und meist wunderschön begrünt sind, ebenso wie die engen Gassen, die vielen kleinen verwinkelten Läden und auch die Kaffees am Markusplatz. In letzteren sind die Preise sicherlich höher als an anderer Stelle, sogar in Venedig, aber wo erwartet einen noch heute ein livrierter Kellner der den Gast an seinen Platz bringt, begleitet von klassischer Musik einer Liveband auf einer kleinen Bühne inmitten der Gäste während man seinen Kaffee genießt.

Kafee-Markusplatz

Da umweht einen doch ein Hauch vergangener Tage wie man ihn vielleicht auch in einigen österreichischen Kaffeehäusern noch heute verspüren kann. Dieses Gefühl kostet dann eben auch etwas mehr im Vergleich zum Coffee to Go aus dem Pappbecher um die Ecke. Nachdem die Familie wieder vereint war – Sarah war vom Kircheninneren mächtig beeindruckt – ging es durch die Gassen in Richtung Rialto Brücke. Böse Zungen könnten behaupten, das man ohne Stadtplan oder moderner Navigationshilfen – einige Leute waren mit Handystadtplan unterwegs – allein anhand der ansteigenden Preise von Eiskugeln und Pizzaschnitten den richtigen Weg finden könnte. Interessant auch das die gleiche Ledertasche in unterschiedlichen Läden zwischen 59 und 79 Euro schwankt. Für die Mamas also … vergleichen lohnt sich, nicht unbedingt im ersten Shop gleich kaufen. Und natürlich brauchten unsere Mädels auch dieses Jahr wieder Masken und Fächer Diese halten wenn wir Glück haben bis zum nächsten Jahr kosten aber mit Preisen zwischen 2 und 4 Euro auch nicht übertrieben viel… Für „echte“ venezianische Masken lässt sich mit Sicherheit mehr Geld ausgeben. Familien mit kleinen Kindern würde ich übrigens dennoch von einem Buggy abraten. Wir hatten bei früheren Besuchen einen dabei, die Schlepperei über die vielen Brückchen und Brücken ist doch ziemlich beschwerlich insbesondere im Touristengewühl. Letztlich muss jeder selbst entscheiden ob die Kids laufen können oder  so klein sind dass sie irgendwann getragen werden wollen und dann doch die Vorteile eines Buggies überwiegen, hat man doch damit auch einen Gepäckplatz und spart sich evtl. den Rucksack für Getränke und Co. Zur Erholung kann ich euch aber auch die innervenezianischen Schiffstouren – richtiges Ticket vorausgesetzt – empfehlen. Das nächste Highlight waren dann singende Gondoliere als wir gerade wieder eine Brücke überquerten und es war dann überhaupt nicht kitschig, vielmehr klangen die Lieder in den engen Kanälen akustisch wirklich gut. Allerdings sang nicht wirklich der Gondoliere sondern ein eigener Sänger, begleitet von einem Musiker, einmal mit Gitarre, einmal mit Ziehharmonika. Nicht ganz so toll war es dann als unsere beiden auf Toilette mussten. Möchte man nicht in einem der recht teuren Restaurants fragen, ob man dort auch ohne etwas zu essen mal kurz auf Toilette darf, bleibt nur einer der öffentlichen Toiletten zu benutzen. Positiv formuliert ist es eine Schnitzeljagd oder „Tour de Toilette“  Um dieses zu finden muss man sein Auge an unterschiedlichste Anbringung von Hinweisen an den Hauswänden gewöhnen. Wahrscheinlich der Versuch die Fassaden nicht unnötig zu verschandeln. An manchen Stellen finden sich auch auf dem Boden Markierungen.

Toilettenmarkierung

 

Außerdem gilt es je nach Standort Ausdauer mitzubringen, in unserem Fall mussten wir ca. 15 Minuten zur Rialto Brücke marschieren. Dort angekommen fanden wir eine saubere Toilette vor, für die pro Person 1,50 Euro für die Nutzung zu entrichten sind. Achtung : die öffentlichen Toiletten schließen um 19 Uhr. Wieder unter freiem Himmel verlegten wir das Ziel der nächsten Schnitzeljagd auf eine Eisdiele wo man eine Kugel unter 2 Euro bekommt, also entfernten wir uns von der Rialto Brücke wieder Richtung Piazza San Marco. Nach Eis, Pizzaschnitte und einem leckeren Wrap – essenstechnisch findet sich nahezu in jeder Gasse etwas – bestiegen wir an der Piazza San Marco eine ACTV Linie und fuhren einmal um Venedig rum. Dabei gabs ein Riesen Kreuzfahrtschiff zu sehen und am Ende landeten wir auf Murano von wo aus uns die Linie 12 wieder nach Punta Sabbioni brachte. Durch den Zufallsabstecher – wir hatten vorher nicht geschaut wohin die Linie fährt 🙂 dauerte es dann doch bis um halb 11 Abends um zurückzukommen so dass wir noch kurz vor der Einfahrtsperre um 23 Uhr bei unseren Caravan ankamen. Die Kinder (und Mama Papa) waren platt und haben quasi sofort geschlafen. … es bleibt dabei… Venedig ist immer einen Besuch wert.

Alle Bilder findet ihr hier